Jutta Votteler „Zwiegespräche“ (21.5. bis 9.7.2016)

Gezeigt werden Grafiken, Ölgemälde und kleine Skulpturen.
Über sich selbst und ihre Kunst sagt Jutta Votteler:
„„Was mich antreibt, ist das Vorhandensein von Magie und Schönheit in einer vergänglichen und harten Welt. In einem reichen Spiel der Farben und der Konzentration der Formen versuche ich, das Bild der  Wirklichkeit aus seiner Alltäglichkeit zu lösen und es in den Raum der eigenen Poesie zu erheben. Im Herzen meiner Arbeit bewegt sich meine Phantasie zwischen Abstraktion und Naturerlebnis, welches einer tiefen Naturverehrung entspricht.”“
Jutta Votteler, 1959 geboren, setzte sich bereits während ihres Studiums der Kunsterziehung und der Germanistik an der Universität Mainz intensiv mit den Techniken der Druckgrafik auseinander.
Neben einem einen Lehrauftrag für Farbradierung und Farbholzschnitt an der Universität Kaiserslautern (bis 1996), arbeitet Jutta Votteler seit 1991als freischaffende Künstlerin mit eigener Radier- und Druckwerkstatt.
Sie entwirft in ihren Bildern phantasievoll zauberhafte Welten, in denen sich Natur und märchenhafte Ahnung vereinigen. Die komplexe Kunst der Farbradierung, das Gravieren von Stahl und Überlagern der einzelnen farbigen Druckplatten, beherrscht sie wie kein Andere.
Mit ihrem Gefühl für Harmonie und Farbkomposition schafft sie Welten, in denen die Zusammenstellung von heimischer und exotischer Personnage immer wieder neu überrascht. Die kecke Leichtigkeit eines Vogels, Blumen, Blüten, Blätter groß wie Bäume, wie eine Frucht der Mond, führen den Betrachter in einen Garten Eden, eine Landschaft der Imagination, voller Leichtigkeit, Verspieltheit und Lebensfreude.
Seit über 20 Jahren ist sie nun ein fester Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene. Und sie schafft es jedes Mal aufs Neue, die Welt der Kunst aufs Schönste zu verwandeln.
Viele ihrer Werke befinden sich bereits in öffentlichen und privaten Sammlungen. Zahlreiche Ausstellungen ihrer Arbeiten fanden statt, u.a. in Frankfurt, Bonn, Köln, Essen, Lübeck, München, Baden-Baden, Braunschweig, Koblenz, Paderborn, Düsseldorf, Münster, Wiesbaden, Paris, Stockholm, Luxemburg, Nagoya, Tokyo, Washington.
Mit ihrem Gefühl für Harmonie und Farbkomposition schafft sie Welten, in denen die Zusammenstellung von heimischer und exotischer Personnage immer wieder neu überrascht. Die kecke Leichtigkeit eines Vogels, Blumen, Blüten, Blätter groß wie Bäume, wie eine Frucht der Mond, führen den Betrachter in einen Garten Eden, eine Landschaft der Imagination, voller Leichtigkeit, Verspieltheit und Lebensfreude.
Seit über 20 Jahren ist sie nun ein fester Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene. Und sie schafft es jedes Mal aufs Neue, die Welt der Kunst aufs Schönste zu verwandeln.

Dauer der Ausstellung: 21. Mai 2016 – bis 9. Juli 2016

Die Einführungsrede

Wir freuen uns, Ihnen und Euch die Grafiken, Malereien und Skulpturen von Jutta Votteler aus Berlin zeigen zu können.
Geboren wurde die Königin der Grafiken 199059 in Ludwigshafen am Rhein, also dort, wo heutzutage die Ulrike Folckerts Tatorte herkommen.
Nach einem Studium der Germanistik und Kunsterziehung arbeitete sie noch vier Jahre als Kunsterzieherin, entschloss sie sich aber bald für den Weg der freischaffenden Künstlerin. Das Lehren gab sie zwar nicht auf, doch sie wechselte das Publikum und Institution und übernahm einen Lehrauftrag für Farbradierung und Farbholzschnitt an der Universität Kaiserslautern.
Seit 2001 lebt sie in Berlin, in meinem Lieblingskiez nahe der Bergmannstraße und arbeitet in eigener Werkstatt.
Die Liste der Ausstellungsorte ist lang und wir freuen uns, dass nach Paris, Tokyo, San Franzisko und Berlin nun Bordesholm mit dazu gehört.

In einer anderen Rede zu ihrer Kunst heißt es: »Ihre Bilder zeigen verschiedene Genre der Bildenden Kunst: Stillleben, Stadtkulissen, allegorische Tierbilder, reale Landschaften und vor allem dichte Kompositionen aus einem reichen Fundus einer exotischen Tier- und Pflanzenwelt, man ist geneigt diese als Traumlandschaften zu bezeichnen, man hat sie deshalb auch als „paradiesische Wirklichkeit“ betitelt.« (Andrea Brandl)

Da ist etwas dran, denn ähnlich wie in Träumen, fehlt den Bildern oft eine eindeutige Perspektive, so dass die Motive alle gleichberechtigt nebeneinander stehen.
Was aber bedeutet »paradiesische Wirklichkeit«? Eigentlich ist das Gegensatzpaar, denn das Paradies ist ein Ort, aus dem wir schon lange vertrieben sind, ein Apfel hat uns hinaus katapultiert und gelandet sind wir im Nicht-Paradies, der Wirklichkeit .
Dennoch gelingt es Jutta Votteler durch ihre Grafiken uns in ein Gefühl zu versetzen, das dem im Paradies nahe kommen könnte.
Es strahlt eine tiefe Ruhe aus ihnen hervor, eine Zartheit und ein Frieden, der die alltägliche Wirklichkeit sanft, aber bestimmt, ausbremst.
Die Motive tragen natürlich erheblich dazu bei. Nicht nur in dem, was anwesend ist, sondern auch in dem, was nicht anwesend ist.
Der erste Friede entsteht durch die Abwesenheit des Menschen im Bild. Natürlich ahnt man, dass er irgendwo sein muss, gerade auch in den Stadtansichten, aber die Städte sind leer, die Boote unbemannt und auf den anderen Bildern ist es sowieso menschenfrei. Wie friedlich und ruhig das alleine schon wirkt. Und was es über uns Menschen als Spezies aussagt, oder? Oder auch nur über mich selbst, aber so ist das mit der Betrachtung von Kunst- ich erzähle über mein Kunsterlebnis und Sie gucken, ob Sie mitgehen wollen.
Die andere Ruhe kommt in die Grafiken durch ihre beflügelten Bewohner. Es sind verschiedene Vögel oder/ und Schmetterlinge, die hier im Gespräch mit den anderen Geschöpfen oder mit uns sind. Oft geht die Anzahl der versammelten Geflügelten so auf, dass niemand für sich allein steht, bzw. fliegt und wenn doch, mache ich fast schon Sorgen.
Oft abgebildet sind Kolibris, denen eine besondere Symbolik innewohnt. Sie sind die kleinsten Vögel der Welt und sie sind die schnellsten im Schlag ihrer Flügel. So schnell, dass man meint, sie stünden in der Luft.
Mythologisch betrachtet gelten Kolibris als Herzensöffner und Lichtbringer, sie sind ein Symbol für Sonne und Liebe. Und ich denke, genau das gelingt hier vortrefflich.
Ein Vogel als Symbol, seine Flügeln und Federn weisen auch noch in die Anderswelt, die Welt, neben der sichtbaren Welt. Geflügelte Wesen sind in jeder Mythologie Boten, die die Welten miteinander verbinden. Sie sind auch Schutzengel, strahlen Geborgenheit aus. Das ist auch Frieden.
Er setzt sich fort in der abgebildeten Botanik. Hier sind Pflanzen, die exotisch anmuten, vertraut und fremd zugleich. Wir wissen aber ganz genau, dass Pflanzen verwurzelt sind. Sie sind ein Teil der Erde, in die sie ihre Wurzeln stecken und ein anderer Teil Luft, der von den Kolibris besucht wird. So werden auch sie zu Grenzgängern zwischen den Welten.
Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die jeweilige Lichtsituation oder benannte Jahreszeit. Es ist die Fülle durch den vollen Mond oder die auch die ebenso volle Sonne und es ist auch Herbst oder Frühling, Eine Zeit des Übergangs. Das macht Mut, denn nichts davon stellt Gefahr dar, alles ist, wie es ist und es ist gut genauso.

Ich überlasse es Ihnen, den Schmetterling, die Eule, den Eisvogel und andere für ich zu entschlüsseln- mit dem Kolibri habe ich nur den Weg eben wollen.

Zusammengenommen ergibt sich aus allem, was wir Ihnen hier zeigen, ein Zauber, der unser altes Wissen und unsere noch ältere Sehnsucht anspricht. Es ist nicht schwer, auf diesen Bildern zu verreisen, an einen Ort, wo alles perfekt ist aus sich selbst heraus und miteinander.
Das also muss mit paradiesischer Wirklichkeit gemeint sein. Und es tut gut.

(M. Brzakala)